BioAls Sportler sind wir stets bedacht uns gesund und möglichst natürlich zu ernähren.
Aus diesem Grund vertrauen wir auch oft auf das „Bio“ Siegel auf den Produkten unserer Wahl.
Doch ist Bio = Bio?
Und was genau sagt das „Bio-Siegel“ eigentlich aus?

Wir haben einen Blick hinter die Kulissen des Siegels gewagt und verraten euch, welche Bedeutung das Siegel wirklich hat.

Zunächst widmen wir uns der grundlegenden Bedeutung des Begriffs „Bio“.
In der Vergangenheit bedeutete „Bio“ & „Öko“ lediglich, dass ein Produkt natürlich hergestellt wurde.
Da dies aber leider sehr dehnbare Begriffe sind und daher einiges an Spielraum bieten, hat die europäische Gemeinschaft eine einheitliche Regelung des Begriffs „Bio“ geschaffen.
Um dem Endverbraucher auf einen Blick zu verdeutlichen, dass ein Produkt nach diesen Vorgaben hergestellt wurde, wurde das offizielle „Bio“ Siegel in Deutschland von der Bundesregierung eingeführt.

Mittlerweile haben auch Supermarktketten ihre eigene „Bio“ Produktpalette.
Diese unterliegen denselben Anforderungen, wie die Produkte, die mit dem offiziellen „Bio“ Siegel versehen sind. „Bio“ ist ein geschützter Begriff und darf nur verwendet werden, wenn die „Bio“ Anforderungen erfüllt werden. Gleiches gilt für die Bezeichnungen „aus kontrolliert biologischem Anbau“ und „Öko“.
Demnach dürfen mit dem Siegel gekennzeichnete Lebensmittel:

  • zur Konservierung nicht ionisierender Strahlung ausgesetzt werden
  • nicht durch und mit gentechnisch veränderte/n Organismen erzeugt werden
  • nicht mit Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln und
  • nicht mit Hilfe von leicht löslichen mineralischen Düngern erzeugt werden
  • nicht mehr als 5 % konventionell erzeugte Bestandteile enthalten (begrenzt auf in der Verordnung im Anhang VI c gelistete Rohstoffe)
  • keine Geschmacksverstärker, künstliche Aromen, Farbstoffe und Emulgatoren enthalten
  • nur die Zusatz- und Hilfsstoffe, die in Anhang VI a und b vorgegeben werden, enthalten

Weitere Forderungen:

  •     Die Einfuhr von Rohwaren und Produkten aus Drittländern ist geregelt und wird streng, chargenbezogen                 kontrolliert.
  •     Fruchtfolgen (Zwei-, Drei- und Vierfelderwirtschaft) sind abwechslungsreich zu gestalten.
  •     Es werden Mindeststall- und -freiflächen vorgegeben.
  •     Tiere sind mit ökologisch produzierten Futtermitteln ohne Zusatz von Antibiotika und Leistungsförderern zu füttern.

(Quelle: Wikipedia)

Seit dem 01. Juli 2012 wurde schließlich auch das EU-Bio-Siegel eingeführt.
Dieses gilt, wie der Name schon sagt, EU weit und ist somit das einzig staatlich kontrollierte Bio-Siegel innerhalb der EU.
Produkte, die mit diesem Siegel gekennzeichnet sind, stammen zu mindestens 95% aus  ökologischem Landbau.

Klingt super. Zumindest im ersten Moment.
Doch auch hier gibt es leider Produkte, die aus unserer Sicht so gar nichts mit Bio gemein haben.
Als Beispiel dürfen Limonaden mit einem Bio-Siegel versehen werden, auch wenn sie keinen Tropfen „echten“ Fruchtsaft enthalten.
Hier sind stattdessen Aromastoffe erlaubt, die auch aus Schimmelpilzen und Papierabfällen erzeugt werden können. Lecker.

In der Regel halten die Bio-Produkte aber, was sie versprechen.
Einer Untersuchung aus 2012 zufolge, tragen „nur“ rund 5 Prozent der Lebensmittel das Siegel zu Unrecht.

Die Nachfrage nach Bio-Produkten stieg in den letzten Jahren so stark, dass die deutschen Landwirte mit der Produktion nicht nachkommen. Um den Bedarf zu stillen, werden eine hohe Anzahl an Bio-Produkten daher importiert.

Fazit:
„Bio“ ist besser, da die Produkte staatlich geprüft werden und die Hersteller und Verwender des Siegels die oben genannten Kriterien erfüllen müssen. Somit können Verbraucher sicher sein, kein künstlich erzeugten Schrott zu verzehren.
Den Nachteil kennen wir sicher auch alle – der Preis.
Leider sind „Bio“ Produkte oftmals wesentlich teurer, als nicht-Bio Produkte.

Unterm Strich ist das Siegel aus meiner Sicht eine traurige Sache, denn dass ein Naturprodukt, welches früher völlig natürlich und ohne jegliche Chemie und Zusätze wuchs, heutzutage schon als „natürlich“ gekennzeichnet werden muss, ist schlichtweg traurig. Mal drüber nachdenken.

In diesem Sinne: Mahlzeit!