Mit dem Gedanken gespielt hatte ich schon längere Zeit, bei meinem Hometown Throwdown sollte es nun endlich soweit sein: ich hatte mich als Judge angemeldet. Mit den Athleten Seite an Seite auf der Wettkampffläche stehen und sie durch das Workout „begleiten“  … und eines vorweg: es hat verdammt viel Spaß gemacht!  Aber ich gebe auch ehrlich zu, dass ich nicht gedacht hätte, dass es so anstrengend ist!

Beide Tage galt es bereits um 5 Uhr aufzustehen, da um 6:30/7 Uhr unser Briefing angesetzt war, das große 2h-Briefing am Freitagabend nicht zu vergessen. Die eigentlich gängigen Standards und der Flow der Workouts wurden durchgegangen, wir jeweils in 2 Teams eingeteilt, was bedeutete, dass man jedes 2. Heat zu judgen hatte. Und das sollte es insbesondere am Sonntag bei 30 Grad in sich haben.

Am Samstagmorgen ging es dann endlich los, um 9:20 Uhr starteten die Teams in ihr 1. Workout und ich kann behaupten, dass ich mindestens genauso aufgeregt war, wie die Athleten. Denn eines ist klar: Du als Judge bist dafür verantwortlich, dass der Athlet die Wiederholungen bekommt, die er verdient, aber auch diejenigen NICHT bekommt, die er nicht dem Standard gemäß ausführt. Ergo bist Du unter Umständen das Zünglein an der Waage, wenn es darum geht, 4. oder doch 1. Platz!?

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Ganz genau hinschauen hieß es nicht nur bei den Wall Balls.

Außerdem hätte ich nicht gedacht, wie schwierig es auf Grund der Enge auf der Wettkampffläche ist, eine Position zu finden, um alle Standards gut zu sehen: war das Kinn über der Stange, die Hüfte unter 90 Grad, Knie + Hüfte + Arme voll gestreckt? Das erfordert von Dir als Judge ständige Bewegung. Teilweise habe ich nach den Workouts geschwitzt, als wenn ich selbst mitgemacht hätte.

Liebe Judges der Vergangenheit: wann immer ich dachte oder es gar sagte: „Das hätte er doch sehen müssen!“ … ich entschuldige mich dafür. Heute weiß ich, wie schwer das ist.

Liebe Athleten, glaubt mir: wir Judges geben unser Bestes, genau wie ihr. Wenn wir Euch „NoReps“ geben, dann nicht weil wir Euch ärgern wollen. Und glaubt mir: es ist verdammt schwer diese beiden Worte auszusprechen. Vor allem, weil einem teilweise nur Bruchteile von Sekunden dafür bleiben, um dies zu entscheiden. Wenn wir Fehler gemacht haben, dann weil wir teilweise genauso aufgeregt waren und „unter Strom“ standen wie ihr. Weil es bei uns wie bei Euch erfahrene und weniger erfahrene Teilnehmer gibt, die dennoch mit Eifer dazulernen. Weil  Fehler zu machen menschlich ist. Aber ich kann Euch versichern, dass wir immer versucht haben und es auch weiter versuchen werden, es bei Allen gleich gut zu machen, auch wenn es uns wahrscheinlich nicht immer gelingen wird.

Es war fantastisch, so viele tolle Athleten an diesem Wochenende zu sehen und judgen zu dürfen! Danke für Eure Leistungen, für Eure Power, für Eure PR’s & first Muscle Ups in den Workouts! Es war mir ein Fest mit Euch!

Danke

Stay strong, FitFam.

Euer Gerry