Wir haben mit Florian Lechner über die „neue“ Challenge Makes You BÄÄÄM gesprochen.

Hallo Flo!
Servus Mintra 😉 Schön mal wieder in Hamburg zu sein!

Kannst Du für die Leser, die die Challenge noch nicht kennen, kurz etwas über CMYB erzählen?
Aber sehr gern! Challenge makes you BÄÄÄM ist eine Team-Challenge und ist 2013 entstanden, als auch CrossFit am Lech gegründet wurde. Anfangs war es eine Einladungs-Challenge bei der befreundete und regionale Boxen eingeladen wurden. Letztes Jahr machte CMYB einen großen Schritt und wir veranstalteten Qualifikationen, da die Nachfrage nach einer Teilnahme 2014 so groß gewesen ist. Insgesamt nahmen 2015 über 200 Teams und somit über 1000 Athleten teil. Im Finale kämpften die besten 35 Elite-Teams und 6 Masters-Teams in einer örtlichen Eisarena um den Sieg. Es waren knapp 800 Zuschauer über beide Tage verteilt vor Ort und sahen zu wie ehemalige und künftige Regionals-Athleten bei 7 Workouts an ihre Grenzen kamen.

Nächstes Jahr soll es wieder eine CMYB allerdings mit einem neuen Konzept geben, was genau soll sich ändern?
Wir haben über die letzten drei Jahre bereits mehrmals unser Konzept geändert. Das ist somit für uns nichts Neues, sich umzuorientieren bzw. neu zu definieren. Als Organisatoren lernt man eben genauso hinzu, wie auch die Athleten, die an einer Übung oder an einem Workout scheitern. 😉

2016 wird aus dem bekannten 4-Personen-Team der letzten Jahre ein 3-Personen-Team, das man beliebig zusammenstellen kann. Und es wird keine fette Location mit Finale geben. Das sind aber nicht die wichtigsten Änderungen.

CMYB wird 2016 zu einer Charity Aktion. Das bedeutet, dass wir sichergehen wollen, dass alle Teilnahmegebühren an Wohltätige Zwecke gespendet werden.

Wie genau kann man sich das Vorstellen? Kann jeder entscheiden für Wen oder Was er spendet?
 Genau so ist es, Mintra. Wir hatten in 2015 Anmeldungen aus ganz Europa (Finnland, Frankreich, Italien, Spanien etc.) und warum soll ein bspw. Französisches Team für einen deutschen Wohltätigen Zweck spenden, den wir vorgeben. Somit kann jedes Team seine Anmeldgebühr von 15 EUR an etwas spenden seiner Wahl. Die Anmeldung wird abgeschlossen indem man uns eine Spendenquittung über 15 EUR (oder gern auch mehr) per Mail oder Facebook Message-Anhang zukommen lässt.

Was waren Deine Beweggründe für diese Entscheidung?
Ein Grund war sicherlich die sehr sehr stressige Organisation im Jahr 2015. Die Ausmaße, neben einem Vollzeit-Job ein derartiges Mammut-Projekt auf die Beine zu stellen, waren uns anfangs nicht bewusst. In Deutschland regiert nun mal die Bürokratie. Daran kommt auch die CrossFit-Lockerheit nicht vorbei 😉

Der Hauptgrund war jedoch der Gedanke an die Ursprünge von CrossFit.

Es ist im CrossFit immer die Rede von Community und Spirit. Ich übertrage das mal auf die gesamte Gesellschaft: Wir sind fit, wir können uns den Luxus leisten Sport zu treiben und hierfür Geld für eine Mitgliedschaft auszugeben. Gerade in einer Zeit, in der Menschen vor Krieg, Krankheit und Diskriminierung flüchten, sollten wir den Community-Gedanken von CrossFit mehr denn je aufleben lassen und 15 EUR an einen Guten Zweck spenden. Und das Tolle daran: Ich kriege dafür noch eine Teilnahme an einer Challenge mit den besten Freunden der Welt.

Spirt und Community ist mir persönlich durch die Flut an Wettkämpfen, auf denen die Anforderungen bereits in Quali-Workouts sehr schnell gestiegen sind, etwas verloren gegangen. Klar will jeder Athlet immer schneller, stärker und ausdauernder werden und klar muss es auch Wettkämpfe für die absoluten Elite-Athleten geben, aber mit Community hat das meiner Meinung nach nicht mehr viel zu tun, wenn der Großteil aller Wettkämpfe zwischen Elite- und Scaling-Athleten unterteilt. Für die breite Masse der CrossFitter wird es aus diesen vielen Faktoren unmöglich sich außerhalb des Trainings mit den Großen zu messen.

Wie genau kann man sich das Konzept vorstellen – eine Challenge á la Cry Me A River ohne Gewichtsvorgaben? Das kann man so sagen. Nur mit dem Unterschied, dass es sich eben um eine Team-Challenge handelt. In einem Team kann man Schwächen durch Stärken ausgleichen und ein Athlet kann einem anderen Athleten die schweren Kettlebell-Swings abnehmen.

Wir wollen dafür sorgen, dass durch keine Unterteilung zwischen Elite- und Scaling-Athleten, durch die Möglichkeit das Team beliebig zusammenstellen zu dürfen und durch Workouts, die für wirklich Jedermann und Jederfrau machbar sind, jeder teilnehmen und sich vergleichen kann.

Hierdurch soll der Spirit untereinander und innerhalb einer Box, zwischen Elite- und Anfänger-Athleten gesteigert werden. Der Spaß am Sport, an der Bewegung und am Miteinander soll im Mittelpunkt stehen und nicht nur der Blick nach Leistung, Leistung, Leistung.

Die einzige Gewichtsvorgabe, die wir vornehmen, ist eine Kettlebell für Swings und Goblet Squats mit 24 kg für Männer im Alter von 18 bis 39, bis hin zur 8 kg Kettlebell für weibliche Teens im Alter von 13 bis 17 Jahren.

Damit sprichst Du vermutlich einigen Leuten, vor Allem den „alteingesessenen“ CrossFittern, aus der Seele. Was denkst Du wie andere Veranstalter auf diese Entwicklung reagieren?
Gerade in Deutschland muss ich einmal eine Lanze brechen für den Umgang mit den anderen Challenge-Organisatoren. Jede Challenge hat ihren eigenen Charme und zieht unterschiedliche Leute an. Ich befinde mich in regem Austausch mit bspw. Ralph Pfeifer und Xavier Nabet von Cry Me A River / German Throwdown und Jörn Perlwitz mit seinem Suprfit Herkules Games. Jeder hat seine eigene Philosophie und das ist auch gut so. Jeder sollte seiner Überzeugung folgen. Wer weiß wie sich die Challenge-Welt daraufhin entwickeln wird. Ich hoffe nur, dass viele durch unsere Challenge makes you BÄÄÄM 2016 viel Spaß am Sport und Bewegung haben werden und sich daran erfreuen damit auch noch etwas Gutes zu tun.

Wie sieht Deine Wunschvorstellung aus in Bezug auf die Teilnehmer aus?
Ich wünsche mir, dass CMYB 2016 vor allem die breite Masse der Athleten anspricht, die sich sonst nicht trauen bei irgendwelchen Challenges teilzunehmen. Im Team ist man einfach stärker und mutiger. Und was die Team-Zusammenstellungen angeht, würde ich mich mega freuen, Teams zu sehen, in denen ehemalige und zukünftige Regionals-Athleten einen Newbie an die Hand nehmen. So steigt Spirit und Motivation 😉

Wir finden die Idee Klasse! Viel Glück Flo – die letzten Worte gehören Dir.
Danke, Mintra. Ich hab noch zwei Dinge 😉

Wir möchten sehr gern mit tollen Preisen für die Sieger dasein und hoffen somit auf Zuspruch und Kontakt von ein paar CrossFit-Unternehmen. Meldet euch, unterstützt ein Charity-Event und belohnt die Athleten.

Und ein letztes: Denkt immer daran, dass ihr nur einen Körper habt. Hört auf ihn, arbeitet mit ihm und gebt ihm hin und wieder Zeit für sich. Stichwort „Work-Life-Balance“.

Weitere Infos über die CMYB 2016 findet Ihr hier: Facebook

Florian Lechner, Gründer der CMYB

Florian Lechner, Gründer der CMYB