Train together, stay together …dieses Label haben wir alle schon mal irgendwo gelesen. Meistens unter supersüßen Trainingsfotos von sexy Pärchen mit durchtrainierten Bodies. Es klingt wie ein Mantra, das eine glückliche Beziehung garantiert. Aber ist das wirklich so? Sollten Pärchen gemeinsam trainieren oder lieber nicht?

 

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Das habe ich versucht herauszufinden. Quasi in einem Selbstversuch, denn ich trainiere fast jeden Tag zusammen mit meinem Freund.

Aber ich habe auch meine Lauscher aufgesperrt und ein paar andere Meinungen eingeholt.

Die sind ziemlich unterschiedlich ausgefallen, denn jedes Paar ist anders und es war interessant zu hören woher diese Unterschiede kommen.

Von „Ja zusammen trainieren ist das Beste“ über „Ja, aber“ bis hin zu „Nein lieber nicht“ war alles dabei.

Ja zusammen trainieren ist das Beste, denn man verbringt die Freizeit miteinander (die bei vielen Paaren leider viel zu kurz kommt), teilt eine Leidenschaft und baut sich einen gemeinsamen Freundeskreis auf. CrossFit ist mehr als nur Training. Bei den meisten ist es ein Lifestyle und wenn der Partner diesen Lifestyle nicht verstehen kann, könnte es kompliziert werden. Clean oder Paleo Eating, während die bessere Hälfte ihren wöchentlichen Big Mac verdrückt? Missverständnisse wenn es darum geht welche Bar denn nun gemeint ist und warum man dort nichts trinken kann? Gespräche über Jackie, Amanda und Fran, die die Freundin zur Weißglut treiben? Schwierig. Natürlich nicht unmöglich, aber bestimmt schwierig.

Außerdem ist das Gefühl vom Partner zu Bestleistungen gepusht zu werden ein riesiger Motivationsschub und die Hochs und Tiefs von PR’s und Fails mit jemandem teilen zu können, der diese Gefühlsachterbahn kennt ist etwas Besondres, das eine Beziehung stärken kann. Und wie oft möchte man einfach vor Stolz platzen, wenn man sieht wie stark der Partner geworden ist?!

Doch gerade wenn es um die Leistung geht kommt das Ja, aber.

Denn man möchte seinen Partner nicht enttäuschen. Manchmal schafft man es nicht über sich hinauszuwachsen und fühlt sich dann gleich doppelt mies. Ich muss leider sehr oft feststellen, dass ich die schlechte Laune nach einem lausigen Training unfairer Weise an meinem Freund auslasse, obwohl er nur sein Bestes versucht hat um mich zu motivieren. Da ist der ein oder andere kleine Streit vorprogrammiert, den es vielleicht nicht geben würde wenn Training und Beziehung voneinander getrennt wären.

Hinzu kommt ein Problem, dass besonders dann auftritt wenn der Partner gleichzeitig der Coach ist. Verbesserungsvorschläge oder Kritik kriegen wir schnell mal in den falschen Hals und nehmen sie persönlich, was bei einem neutralen Trainer wahrscheinlich nie der Fall wäre. Anstatt Hilfe dankend anzunehmen, fühlen wir uns dadurch gekränkt. Natürlich möchte man immer nur das Beste aus seinem Partner herausholen, doch wer den eigenen Ehrgeiz zu sehr auf den Partner überträgt, verlangt schnell zu viel.

Ich glaube diese Momente kennt jedes CrossFit-Pärchen und auch bei mir sind sie keine Seltenheit.

Völlig fremd sind diese Momente wahrscheinlich für die Nein, lieber nicht -Fraktion.

Was einer der Gründe sein kann, nicht mit dem Partner zu trainieren. Ein weiterer offensichtlicher Grund kann es sein, dass die sportlichen Interessen ganz einfach unterschiedlich sind.

Zudem ist es vielen Menschen wichtig ihren Freiraum zu haben. Ein eigenes Ding, Zeit mit Freunden, Zeit für sich selbst. Wenn es beiden Partnern so geht, klingt das nach einer harmonischen Vorstellung. Aber ist sie in der Realität wirklich so harmonisch?

Ich weiß es nicht, denn ich finde mich definitiv irgendwo zwischen Ja, zusammen trainieren ist das Beste und Ja, aber wieder. Und ihr? Wie wirkt sich CrossFit auf eure Beziehung aus? Oder seid ihr single und habt mit dem ganzen Theater nix am Hut? 😉