Hi Achim! Du hast ja echt eine coole Box! Man kommt hier rein und fühlt sich direkt zu Hause. Wie lange gibt es euch schon und wie bist du zum CrossFit gekommen?
Es hat alles 2009 in einem ganz normalen Fitnessstudio angefangen. Ein Bekannter von mir hatte ein Fitnessstudio, in dem meine Freunde und ich trainiert haben. Eines Tages fragte er uns, weil er es in irgendeiner Fitnesszeitschrift gelesen hatte, ob wir nicht mal „Cindy“ ausprobieren wollten (Anm. der Redaktion: „Cindy“ ist ein sog. Benchmark Workout, bestehend aus 20 Minuten kontinuierlich 5 Pull-Ups, 10 Push-Ups, 15 Air Squats). Wir haben dann ganz schnell festgestellt, dass wir nicht fit waren und konnten uns drei Tage lang nicht bewegen. Von da an war ich, wie so viele andere auch, an der „Nadel“. Ich habe mich immer mehr mit CrossFit auseinandergesetzt und es im Fitnessstudio ausprobiert. Da kommt man bekanntlich schnell an seine Grenzen, so dass wir 2010 in eine Halle gezogen sind.

Versteh‘ ich das richtig, ihr habt einen Raum nur für euch privat zum trainieren angemietet?Ja, meine Freunde und ich haben am Anfang alleine trainiert. Mit der Zeit kamen dann weitere Freunde und Bekannte dazu, woraufhin wir das Training und die Trainingszeiten organisieren mussten. Wir hatten Glück mit unserem Vermieter und konnten unsere Fläche ohne Probleme erweitern, indem wir die Wände eingerissen haben. Das war wirklich eine tolle Zeit. Irgendwann haben wir sogar angefangen neben bzw. in dem Serverraum der benachbarten Firma zu trainieren, weil wir so viele waren.

Seid ihr da bereits eine offizielle CrossFit Box gewesen?
Nein, da niemand von uns den CrossFit Level 1 hatte, durften wir unser „Gym“ nicht CrossFit nennen. Wir waren weder ein Verein, noch irgendwie angemeldet. Wir haben aber schon immer gesammelt, um Equipment zu kaufen. Irgendwann hatten wir dann 3.000 Dollar zusammengespart, um den Schein zu machen und das Affiliate anzumelden (Anm. der Redaktion: Affiliate nennt sich das Geschäftsmodel Box). Und nun sind wir seit 2011 CrossFit Mainz. Die Leute laufen uns quasi zu, ohne dass wir bis heute irgendeine Art von Werbung gemacht haben. Wir haben eine geniale Community: Jeder kennt jeden und die Leute haben extrem viel miteinander zutun.

Was auf Anhieb auffällt, ist die familiäre Atmosphäre…
Ja, das stimmt. Obwohl wir eher eine ältere Box sind. Ich bin z.B. schon 42 und die Jungs, die mit mir begonnen haben, sind auch alle um die 40. Dafür haben wir auch schon den Nachwuchs am Start (lacht). Es war von Anfang an ein großer Traum von mir, CrossFit Kids mit zu integrieren. Schon seit Jahren sind wir jeden Sonntag in einer Sporthalle. Das ist unser Familientag. Alle bringen ihre Kinder mit und wir trainieren gemeinsam. Da machen wir natürlich nur Bodyweight. Aber es ist inzwischen schon echte Tradition geworden, weil es schon sehr großen Spaß macht mit 30 bis 40 Leuten und Kind und Kegel zu trainieren. Das ist quasi der Einstieg. Die Kinder kommen dann nach und nach hier auch in den CrossFit Kids Kurs.

Das hört sich bei dir alles so unkompliziert an! Hast du einen Tipp für Leute, die sich nicht trauen, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen und eine eigene Box zu eröffnen?
Das Tolle an CrossFit ist, dass jeder seine Box so aufziehen kann, wie er will. Für mich kam es nie infrage, es so zu machen, wie es heute leider viele machen. Einige denken „think big“, wollen direkt die und die Größe, damit so und so viele Leute kommen, um damit Geld zu verdienen, weil sie davon leben müssen. Ich habe den großen Vorteil, den nicht alle haben: Ich muss nicht davon leben. Für mich ist es ein Hobby und Spaß. Wenn mich jemand fragen würde, wie er es anstellen sollte, würde ich ihm raten, seinen Job zu behalten und ganz klein anzufangen. Wenn man klein Erfolg hat, kann man nach und nach immer erweitern. Es ist natürlich ein schlechter Rat für jemanden, der sofort loslegen will. Aber ich bin damit gut gefahren. Ein weiterer Vorteil ist, dass unsere Mitglieder keinen Vertrag mit fester Laufzeit unterschreiben. Bei uns gibt es keine Kündigungsfrist.

Wie sieht euer Open Gym aus?
Wir empfehlen den Mitgliedern generell, erst ins Open Gym zu kommen, wenn die Grundtechniken sitzen. Da aber viele Mitglieder nur 1- bis 2-mal die Woche kommen, dürfen die natürlich zum Open Gym kommen und an ihrer Technik arbeiten. Wenn die Leute im Fitnessstudio im Freihantelbereich trainieren, machen sie, was sie wollen. Das Verletzungsargument, das ich oft höre, finde ich mittlerweile sehr abgedroschen, nicht nur für das Open Gym, sondern generell. Wir achten natürlich sehr darauf, dass sich die Mitglieder nicht verletzen. Aber eine hundertprozentige Sicherheit ist nie gewährt, genauso wie in allen anderen Sportarten auch.

Vielen Dank Achim, die letzten Worte gehören dir!
Ein Hobby sollte Spaß machen! In dem Moment, wo es Stress wird, ist es kein Hobby mehr. Das möchte ich beibehalten. Ich freue mich, dass wir eine super freundschaftliche Box haben. Es ist und bleibt eine Reise.

Hard Facts
Trainingsfläche: 180 qm
Maximale Kursteilnehmerzahl: 10
Parkmöglichkeiten direkt vor der Tür
Duschen: keine 

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