Nico, Daniel und Robert – Ihr seid zu dritt – das ist eher selten. Wie habt Ihr Euch gefunden bzw. wie kam es zu der Entscheidung, eine CrossFit Box zu eröffnen?
Daniel: Wir sind drei Freunde, die sich aus Liebe zu CrossFit zusammen getan haben. Wir haben gemeinsam in Düsseldorf trainiert, bis irgendwann der Gedanke kam: „Mensch wir machen was Eigenes auf, um die Message auch hier zu verbreiten.“Denn wir alle wohnen und leben in Neuss. Als wir dann diese Halle hier gefunden haben, stand der Entschluss relativ schnell fest.

Was ist das besondere bei CrossFit Neuss?

Daniel: Wir haben hier eine kleine, aber feine Halle. Dementsprechend achten wir immer darauf, dass die Kurse maximal zehn Teilnehmer haben. Wir machen natürlich auch Ausnahmen bei Drop-Ins. Aber grundsätzlich wollen wir mit der begrenzten Teilnehmerzahl gewährleisten, dass die Fundamente von CrossFit vernünftig rübergebracht werden. Wir haben relativ viele Anfänger hier, die teilweise keine Kniebeuge können oder massives Übergewicht haben. Daher legen wir Wert darauf, dass zuerst die Technik sauber beherrscht wird – so wie es auch von CrossFit HQ (Headquarters) gepredigt wird. Hinzu kommt, dass unser Schichtdienst (Anm. der Redaktion: Robert und Daniel sind beide bei der Berufsfeuerwehr) es ermöglicht, immer zwei Trainer vor Ort zu haben, was wiederum dazu beiträgt, dass alle Kursteilnehmer maximale Aufmerksamkeit bekommen.

Das hohe Verletzungsrisiko ist ja eines der bekannten Vorurteile, mit dem CrossFit zu kämpfen hat. Wie setzt Ihr diesen Anspruch in Eurer Box um?
Daniel: Wenn die Technik passt, schauen wir ob eine größere Anzahl an Wiederholungen ausgeführt werden kann und erst dann arbeiten wir mit Gewichten. Bei uns macht keiner einen Overhead Squat, der nicht die hinreichende Mobilität hat oder einen sauberen Airsquat machen kann. Wir haben in anderen Boxen gesehen, was schlechte Technik für Auswirkungen haben kann und haben uns gesagt, den Fehler wollen wir nicht machen. Wir wollen Leute langsam an die Bewegungen heran führen. Die meisten bekommen so auch ein viel besseres (Körper-) Gefühl und lernen schnell, wo sie Defizite haben bzw. wo ihre Stärken sind.

Habt Ihr CrossFit über Euren Beruf gefunden?
Daniel: Ich persönlich habe CrossFit 2011 über einen Freund kennengelernt, der auf einer Air Base in New Mexico stationiert war. Ich habe ihn besucht und durfte mit zum Training. Auf der Base angekommen, dachte ich mir dann nur die „bekloppten Amis“ (lacht). Ein paar Kumpels von meinem Freund haben da Training auf ‘nem Squash Court gemacht. Das war meine erste Erfahrung mit CrossFit. Danach war ich total platt. Obwohl ich schon Marathons und Ultraläufe bestritten hatte, war für mich klar – ich hab noch nie richtig Sport gemacht. Zurück in Deutschland hatte ich dann leider einen Motorradunfall und musste ein Jahr aussetzen. Sobald es ging, habe ich danach aber gleich weiter mit dem CrossFit Training gemacht, zunächst in Düsseldorf, dann hier bei CrossFit Neuss.

Was genau ist bei dem Unfall passiert und wie sah Dein Trainingseinstieg aus?
Daniel: Ich habe mir eine komplizierte Fraktur am Ellbogen zu gezogen. Der Einstieg mit CrossFit war dadurch natürlich sehr schwer. Aber meiner Meinung nach, nicht verkehrt. Ich musste alles wieder von der Pike auf lernen und war im Grunde wie ein unbeschriebenes Blatt. So habe auch ich den Weg von den Grundlagen aufwärts beschritten.

Welchen Rat gibst Du einem Sportanfänger, der sich für CrossFit interessiert?
Daniel: Als allererstes: Bitte schaut Euch keine YouTube Videos an! Eines der größten Probleme, die wir haben, ist, dass Leute verängstigt bzw. eingeschüchtert sind und ein falsches Bild von CrossFit haben. Der Vorteil, den das Internet mit sich bringt, ist gleichzeitig ein negativer Faktor. Ich sage unseren Leuten immer, dass CrossFit ein Einsteigersport ist. Bloß nicht denken, dass ihr irgendwie ersteinmal trainieren oder abnehmen müsst, um mithalten zu können, sondern so, wie ich es auch gemacht habe, wie ein unbeschriebenes Blatt herkommen. Wenn ihr noch nie Sport gemacht habt, ist dieser Sport ein vernünftiger und vor allen gesunder Einstieg.
Als Zweites: realistische Einschätzung. Eine gute Box erkennt man an ihren „schlechtesten“ Leuten. Beobachtet diese Leute, wie sie einen Squat oder einen Snatch machen und lernt daraus. 
Als Drittes: Community! Hier kommt keiner rein, ohne sich vorzustellen oder geht, ohne sich zu verabschieden. Da legen wir großen Wert drauf. Das macht CrossFit halt auch aus und das hält die Leute. Es ist eben nicht anonym und jeder kümmert sich um jeden.

Apropos abnehmen: Wie schaut‘s mit der Ernährung aus? Welche Philosophie vertretet Ihr?
Daniel: Der Robert ist relativ streng Paleo, der Nico ebenfalls. Ich schaffe es einfach nicht, weil ich einfach zu gern Nudeln esse (lacht).

Vielen Dank für das Interview – die letzten Worte gehören Euch!
Daniel: Ich freue mich, dass es eine Institution wie Euch gibt, die versucht CrossFit weiterzubringen und in dem Rahmen natürlich auch den Sport allgemein weiterzubringen. So geht es uns ja auch. Wir machen es, weil uns der Sport am Herzen liegt und nicht, weil wir Geld verdienen wollen.

Hard Facts:

  • Trainingsfläche 200 qm
  • Maximale Kursteilnehmerzahl 10 Personen
  • Parkmöglichkeiten direkt vor der Tür
  • Duschen vorhanden
  • Schwerpunkt: Fundamental Movements

CrossFit Neuss findet Ihr hier:
Web: http://crossfit-neuss.de/
Facebook: https://www.facebook.com/CrossfitNeuss