Ausrasten, durchdrehen, zerstören

… das verbindet so manch hochmotivierter CrossFitter mit seinen heiß geliebten Metcons.

Spaß muss sein aber die zahlreichen “Fail”- Videos mit Rundrücken-Cleans und rausgedrückten Muscle-Snatches werfen kein allzu gutes Licht auf den Sport und bringen der Gesundheit und Fitness, geschweige denn der athletischen Entwicklung auf Dauer nicht so viel bzw. im besten Fall nichts an Verletzungen.

Für mich bedeutet CrossFit ständig neu dazuzulernen, sich stetig zu entwickeln.

Physisch und psychisch.

Der Part des Olympischen Gewichthebens ist in dem Fall für mich ein sehr bedeutender.

So musste ich lange, meißt widerwillig, lernen, man muss geduldig sein! Erste Prioität!

Und da geht’s schon los…Konzentration, Technik üben (üben, üben und weiter üben), Spannung halten…die Bewegungsabläufe sind so komplex – Kraft ist bloß der ergänzende Faktor. Die reinste Physik! Und beschäftige ich mich, obwohl ich in Schulzeiten dieses Gebiet der Naturwissenschaften nicht gerade spannend fand, nun mit Winkeln, Beschleunigung und der Körperpositionsverschiebung nach dem ersten Zug.

Und auch der mentale Aspekt ist nicht zu unterschätzen. Meine ersten Gewichtheber-Wettkampferfahrungen waren angsteinflößend und zugleich unfassbar spannend.

Das Überlegen und Taktieren welche Gewichte man wählt. Zu wissen, man hat jeweils nur drei Versuche. Die Stille, diese Spannung in der Luft, wenn du auf die Plattform gehst und alles dich anschaut. Vor allem der Kampfrichter vor dir, auf dessen erlösendes Handzeichen du wartest…

Frustration und Freude können so nah beieinander liegen.

Und wenn du es nicht schaffst, wenn du doch zu aufgeregt, unkonzentriert warst, das Timing oder der richtige Kraftaufwand nicht stimmte, dann darf man sich durchaus ärgern und fluchen – aber sich nicht entmutigen lassen! Aufsteh’n, weitermachen!

Die letzte beeindruckende Erfahrung hatte ich bei der 12. offenen Hamburger Meisterschaft vom Athleten Club Hamburg e.V. von Johann Martin. Es war schon fast ein erhabenes Gefühl, in der alten Turnhalle mit all den “echten” Gewichthebern, den jungen aber auch älteren Herren, zu sprechen und zu heben.

Ich gewann als Hamburger Meisterin – “nur” oder “auch”, man weiß es nicht, weil keine andere Frau dabei war. Wir sind in dem Sport nach wie vor in der Unterzahl. Aber das Gewichtheben erfreut sich immer mehr Beliebtheit und neuem Zuspruch – auch durch CrossFit.

Die Entwicklung bleibt spannend aber vielversprechend. So können alle voneinander profitieren, sich ergänzen und neues dazulernen. Respekt haben ist angebracht!

Und Durchdrehen im richtigen Moment…!