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Den Spruch kennt jeder CrossFitter. Klingt gut, klingt einfach, mach ich…leider oft nicht. Denn ganz so einfach ist es eben doch nicht.

Jeder kennt diese Situationen, wenn das Workout mies gelaufen ist, man nicht einmal 60% von seinem PR bewegen konnte oder man sich zum 1000 Mal selbst ausgepeitscht hat, weil Double Unders manchmal eine einzige masochistische Strapaze sind.

Und ich behaupte jetzt einfach mal, dass ich nicht die Einzige bin, die ihr Seil in einem Tobsuchtsanfall schon quer durch die Box gepfeffert hat.

Manchmal ist man nach dem Training sauer, enttäuscht oder einfach nur wütend und möchte ausrasten und rumbrüllen. Das Ding dabei ist allerdings, dass man nur auf sich selbst sauer und wütend ist und auch nur sich selbst enttäuscht hat. Der schwierigste Kampf (nicht nur beim Crossfit) ist der, den man mit sich selbst führt und ihn zu gewinnen kann eine verdammt große Herausforderung sein. Jedes Mal, wenn ich mein Seil wütend in die Ecke werfe oder meine miese Laune nach einem schlechten Workout an jemandem auslasse, bin ich an dieser Herausforderung gescheitert. Aber wie man so schön sagt: Manchmal muss man zwei Schritte zurück gehen, um einen Schritt vorwärts zu kommen. Denn jedes Mal, wenn ich im Workout früher wieder dran gehe als ich eigentlich möchte, jedes Mal, wenn ich noch eine Rep mehr mache als ich glaube zu schaffen, und jedes Mal, wenn ich mich von einem schlechten Workout nicht runterziehen lasse, komme ich einen Schritt weiter.

Für mich ist es ein langer Weg, denn ich lasse mich zu oft von meinem Ego übermannen. Dabei würde ich von mir selber nicht behaupten, dass ich übertrieben ehrgeizig oder verbissen bin. Mein größtes Problem ist, dass ich viel zu hohe Erwartungen an mich selbst habe und dann nicht damit umgehen kann, wenn ich sie nicht erfülle. Auch mit kleinen Fortschritten zufrieden sein und mir nicht immer nur den Kopf über das zu zerbrechen, was nicht so gut gelaufen ist, sind Dinge, die ich definitiv lernen muss. Und ich bin mir sicher, dass ich damit nicht alleine bin. Aber ich sag Euch mal was: Niemand mag verbissene Egoisten und CrossFit ist die perfekte Möglichkeit nicht nur die Fitness, sondern auch den Charakter zu verbessern. Schließlich sind wir beim Training um über uns hinauszuwachsen und nicht um uns runterziehen zu lassen. Beim CrossFit lernt man so viel mehr über sich selbst, als wie viel man snatchen oder deadliften kann, man lernt seine Grenzen kennen und wie man sie überschreitet, körperlich wie geistig. Und ich arbeite fleißig daran, die Grenze meines Egos zu überschreiten. Man könnte sagen mein Ego ist meine 110 Kilo Backsquat, noch drückt es mich tief in den Boden, aber wenn ich weiter hart trainiere werde ich irgendwann stärker sein und einfach wieder aufstehen.