Düdümmm…Hat es ganz laut in meinem Kopf gemacht, als der Orthopäde sich meine MRT-Bilder angeschaut hat und dann das Wort Bandscheibenvorfall gefallen ist.

Bandscheibenvorfall. Böses Wort. Böse Diagnose. Meine Gedanken haben sofort verrückt gespielt. Eine Bandscheibe in der Lendenwirbelsäule komplett verloren und bei der darunter eine schmerzhafte Vorwölbung.

Dass ein Teil meines Körpers unwiederbringlich kaputt oder ernsthaft verletzt ist kannte ich vorher nicht. Trainingspause?! Oder überhaupt jemals wieder so trainieren wie vorher?! Fragen über Fragen sind mir durch den Kopf geschossen.

MRT Bild meiner Lendenwirbelsäule

MRT Bild meiner Lendenwirbelsäule

Doch schon im nächsten Satz hat der Orthopäde mir einen Großteil meines Schocks genommen. Ich habe Glück im Unglück denn ich kann mich noch normal Bewegen und das Ganze lässt sich mit Physiotherapie wieder in den Griff kriegen. Da trifft es die meisten, die einen Bandscheibenvorfall erleiden, weit schlimmer.

Viele würden jetzt bestimmt sagen, ich bräuchte mich darüber nicht wundern bei dem Sport, den ich mache. Ich sage ja, es ist wahrscheinlich, dass ich mich dabei verletzt habe, aber es ist auch der Sport, der meinen Rücken stark genug gemacht hat, um mich vor Schlimmerem zu bewahren und mithilfe dieses Sports werde ich auch wieder ganz die Alte.

Für mich heißt es nun erst mal ciao Barbell, adios schwere Gewichte und arrivederci Sprinten und Springen. 6 Wochen Physiotherapie, die Rumpfmuskulatur stählern und zum Gymnastik- und Bodyweight-Ninja werden ist vorerst der neue Plan.

Und das ist eines der Dinge, die ich an CrossFit so liebe: Die riesengroße Vielfalt. Jedes Training kann angepasst und gescaled werden.

Das fällt mir zwar nicht immer so leicht und ich bin oft frustriert, aber in solchen Momenten versuche ich mir ein Beispiel an anderen zu nehmen. Bei den CrossFittern gibt es da ja schließlich genug: Annie Thorisdottir, Miranda Oldroyd oder Sam Briggs – alle waren schwer verletzt und sind danach stärker gewesen als je zuvor ( Das ist natürlich auch mein Plan 😉 ).

Von Iceland- Annie gibt es sogar ein paar Videos mit Reha-Übungen:

Mein größtes und vor allem auch greifbarstes Vorbild ist jedoch mein Freund. Auch er hatte einen Bandscheibenvorfall und kämpft dazu noch mit anderen Verletzungen. Trotzdem gibt er nicht auf und ist einer der besten Coaches und Motivatoren, die ich kenne. Er und all die anderen positiven Menschen, die ich in der Box um mich habe, machen mir Mut und sorgen dafür, dass ich den Spaß am Training nicht verliere. Darüber bin ich sehr glücklich. Community und so, ihr CrossFitter kennt das ;

So und warum erzähle ich euch den ganzen Kram? Ganz einfach: Damit ihr es besser macht als ich. Ich hatte 2 Monate lang Rückenprobleme und habe mir eingeredet, es wird schon nichts schlimmes sein. „Muskulär, verspannt, bloß ne Blockade, blablabla“ – von wegen. Beim Arzt kam dann das Böse Erwachen.

Auch wenn der Bandscheibenvorfall bei mir noch glimpflich ist, hat er mir gezeigt, dass ich noch mehr auf meinen Körper hören sollte. Nicht immer nur schneller, schwerer, weiter. Für meine 25 Jahre musste mein Rücken jetzt ganz schön was einstecken und mir ist erst richtig bewusst geworden, dass ich nur den einen Rücken habe. Generell habe ich nur diesen einen Körper und der soll noch ein paar Jährchen halten.

Hartes Training und neue PR’s? Auf jeden Fall! Nur nicht um jeden Preis.

Some lessons you have to learn the hard way.