German Throwdown 2015 Review

Es war wieder soweit. Deutschlands & Europas CrossFit Elite traf sich in der „Helmut-Krüger-Halle“ zu Dortmund zum GERMAN THROWDOWN und Anreisende aus Berlin oder Hamburg waren froh, nicht wieder bis nach Bayern reisen zu müssen. 3 Tage schwere Gewichte, knackige Workouts und Fans, die sich für ihre Athleten die Seele aus dem Leib schreien werden, standen an. Und diesmal mussten die Athleten sogar von Freitag bis Sonntag unter Beweis stellen, wofür sie die letzten Monate so hart trainiert hatten. Den Zuschauern stand zudem ein gut ausgestattetes „Vendor Village“ zur Verfügung, wo es von CrossFit-Klamotten über Accessoires, Supplementen bis hin zur Handpflege alles zu kaufen gab, was das CrossFit-Herz begehrt. Und bei nicht Wenigen wurde das Weihnachtsgeld schon mal vorher ausgegeben.
Am Freitagabend ging´s auch sofort zur Sache und die starken Jungs & Mädels mussten innerhalb von 10 Minuten und 3 Versuchen ihren 1RM Snatch und Clean & Jerk ermitteln. Große Änderung zu sonstigen CrossFit-Veranstaltungen war diesmal, dass nach offiziellen Gewichtheber-Regeln geliftet wurde, was auch von offiziellen Judges des deutschen Gewichtheberverbandes überwacht wurde. Somit wurden leichtere Athleten endlich mal dafür belohnt, dass nicht nur nach bewegtem Gewicht gewertet, sondern dieses ins Verhältnis zum eigenen Körpergewicht gesetzt wurde. Ein großes Lob an dieser Stelle dafür, gestaltete sich in meinen Augen der Wettbewerb dadurch doch fairer.
Nach einer kurzen Nacht standen dann am Samstag 3 Workouts auf dem Programm, bei denen insbesondere die Ausdauer & Skills (z.B. laufen, Burpees, Muscleups) im Vordergrund standen, doch auch das klassische CrossFit in einer 50-40-30-Ladder mit mittelschwerem Gewicht seinen Platz fand. Der Sonntag hielt dann für alle Athleten nochmal ein gemeinsames Workout bereit, in dem unter anderem viele mit den 20sec. unbroken free Handstandhold zu kämpfen hatten, bevor es den 1. Cut für das Halbfinale gab und auch danach nochmal ausgesiebt wurde. Letztendlich traten so in den ELITE Heats nur noch die besten 12 Frauen & Männer an, die sich nochmal durch ein Workout direkt aus der CrossFit-Hölle beißen mussten. Insgesamt wirkten die Workouts sehr ausgewogen und der German Throwdown Champion durfte sich keine großen Schwächen in den vielfältigen Herausforderungen erlauben.
Am Ende gingen die Siege nach Großbritannien (Will Kane, Elite Male), Italien (Matilde Orlandoni, Elite Female), Frankreich (Celiné Martin, Masters Female), Spanien (Rob Martin, Masters Male) und bei den Masters+ 2x nach Deutschland an Gerd Corvers (CrossFit Mainz) und Yvonne Rowold (CrossFit MUC). Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle!
So fantastisch & motivierend die Leistungen der Athleten auf der Wettkampffläche waren, so gab es leider auch einige Wehmutstropfen aus meiner Zuschauersicht. Parkplätze waren absolute Mangelware. Wer etwas später kam, musste meist lange suchen oder das Fahrzeug weit weg abstellen. Ebenso waren gerade mal 2 Foodtrucks dem Ansturm der stets hungrigen CrossFitter natürlich kaum gewachsen. Bei einem Aushängeschild wie dem German Throwdown kann und darf es eigentlich nicht sein, dass Zuschauer nochmal zu NETTO fahren, um sich zu verpflegen. Und so zentral wie die Wettkampfstätte gewählt wurde, war es dennoch schade, dass man ähnlich wie bei bei „Cry me a River“ recht weit weg von der Wettkampffläche saß und man keine Möglichkeit hatte, seinen Athleten anzufeuern, wenn dieser auf der tribünenabgewandten Seite um jede Wiederholung kämpfte.
Natürlich ist mir bewusst, dass die Organisation eines solchen Events eine stets neue und große Herausforderung darstellt, ziehe meinen Hut vor denen, die dies stets aufs Neue in Angriff nehmen und danke Ihnen auch, dass sie uns dieses Event das 2. Jahr geschenkt haben. Deutschland braucht dieses Event!
Aber wenn ich mir was wünschen dürfte, so wäre das zum Einen, dass man dichter an den Athleten dran sein kann, denn wir alle lieben diesen Sport und leben ihn. Und das würden wir Zuschauer diejenigen, die dies für uns auf der Wettkampffläche repräsentieren, gern spüren lassen. Und vielleicht ist es ja das nächste Mal möglich, dass man bei der Versorgung keinen eigenen Großeinkauf draus machen muss.
In diesem Sinne: danke für 3 tolle CrossFit-Love-Tage! Es hat mich unheimlich gefreut, alte & neue Freunde dort zu treffen und ich liebe es, mit Euch gemeinsam ein solches Event zu einem großen Familientreffen zu machen. Und ich freue mich darauf, Euch alle spätestens bei „Cry me a River“ wiederzusehen!

Stay strong,
Euer Gerry

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