Nachdem ich meinen Review zum German Throwdown geschrieben  und viel positive Resonanz, auch bezüglich der geäußerten Kritik, bekommen hatte, beschäftigte mich dennoch immer noch der Gedanke: wie sehen das eigentlich die Organisatoren? Vielleicht war ja auch einiges ganz anders geplant? Und noch während ich darüber nachdachte, kam auch schon eine kurze Reaktion via Facebook von Xavier und wir waren uns schnell einig: ein Interview muss her! Gesagt, getan und dabei erfuhr ich einige interessante Dinge, die ich Euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Also viel Spaß beim Lesen des German-Throwdown-Interviews mit Xavier Nabet.

Hallo Xavier. Der German Throwdown 2015, liegt nun ein paar Tage zurück. Wenn Du mit etwas Abstand auf die 3 Tage zurückblickst, wie zufrieden seid ihr mit der Veranstaltung?
Wir sind sehr zufrieden, alles hat zu 98% so geklappt, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir hatten gehofft, dass wir 1.000 Leute pro Tag in die Halle bekommen, es waren aber 1.500! Das zeigt uns, dass unser Sport sich immer mehr Beliebtheit erfreut und gibt uns den Antrieb, weiter zu machen. Das umfangreiche Vendor Village mit rund 25 Ausstellern war ein voller Erfolg, unser erfahrener Staff (Volunteers, Judges, Head-Judges und Media) hat alles gegeben, dass das Finale reibungslos abläuft, wir könnten nicht stolzer auf sie sein!

Wie lange habt ihr für die Vorbereitung des GTD gebraucht?
Für Veranstaltungen in der Größenordnung braucht man ca. 6 Monate. Im Prinzip haben wir mit dem GTD schon vor dem Cry Me a River Finale im Juni begonnen. 3-2-1 GO, no rest! Und das Kernteam waren gerade mal 3 Leute, die das alles neben ihren normalen Jobs auf die Reihe bekommen haben. Nochmals vielen Dank! Natürlich auch an alle Volunteers, Judges und alle Involvierten, ohne euch wäre GTD15 nicht möglich gewesen. Wir haben die beste Community!!!

Ihr habt die Teilnehmer dieses Jahr gefühlt härter rangenommen als letztes Jahr, die Workouts sehr variabel gestaltet und den Athleten insbesondere bei den Skills eine Menge abverlangt. Wer war eigentlich für die Zusammenstellung der Workouts verantwortlich?
Für die Workouts war dieses Jahr unser Headcoach von CrossFit Animarum, Stefan Pukrop, verantwortlich. Er ist B-lizenzierter Gewichthebe- und CF Level 1-Trainer und hat jahrelange Erfahrung im Hochleistungssport. Unser Ziel war es, die Athleten bereits in der Qualifikation zu fordern, wir haben GTD als Elite Wettkampf ausgeschrieben und auch Wort gehalten. Wir haben eine klare Vision: Cry Me a River – the Challenge for everybody, German Throwdown – the competition for ambitious European Athletes.

Ich habe in meinem Artikel aus Zuschauersicht einiges kritisiert, u.a. die Parkplatz- und Versorgungssituation. Vielleicht kannst Du das ja mal aus Deiner Sicht schildern.
Caterer: ja, das war nicht optimal und wir möchten uns hier nochmals entschuldigen. Aber leider hat uns eine Woche vor dem Event ein weiterer Caterer, der vorgekochtes und damit sehr schnelles Essen mitgebracht hätte, abgesagt. Leider läuft nicht immer alles wie geplant. Ein Danke an unsere Caterer El Buritaco und Beet in the Box, die alles gegeben haben. Nächstes Jahr werden wir besser aufgestellt sein.
Parkplätze: das war ein Fehler von uns, den wir auch bitten, zu entschuldigen. Wir hätten besser kommunizieren müssen, denn direkt hinter der Halle sind wohl geschätzte 2.000 Parkplätze. Das werden wir das nächste Mal eindeutig ausschildern.

Etwas das mir als Zuschauer besonders am Herzen liegt, ist die Nähe zu den Athleten und ich fand es schade, doch recht weit weg zu sitzen. Als ich dieses Jahr bei den CrossFit Games war, war gerade das buchstäbliche „Anfassen-können“ der Athleten ein ganz großer Begeisterungspunkt. Meint ihr, wir Zuschauer dürfen nächstes Jahr unsere Athleten „hautnah“ erleben & anfeuern?
Auch hier muss ich dir zustimmen, wir haben das ausgiebig diskutiert, wie wir das bewerkstelligen können. Wir hatten im Vorfeld auch mit dem Hallenbetreiber gesprochen, es ist nur so, wenn man Leute in die Arena lässt, hast du als Veranstalter ab einer gewissen Personenzahl Auflagen (Brandschutz usw.). Da wir zum ersten Mal in der Halle waren und wir nicht abschätzen konnten, wie viele Zuschauer kommen werden und ob unser Konzept aufgeht, wollten wir es so handhaben, dass wir alles kontrollieren können, deshalb leider die Entscheidung: alle Zuschauer auf die Ränge. Aber für 2016 ist schon eingeplant, dass wir links und rechts neben der Competition Area Gänge haben werden, damit man ganz nah an die Athleten rankommt. Wir tun alles, um die Stimmung für die Athleten, Zuschauer, Judges und Volunteers noch besser machen.

Wenn Du zum Abschluß Eure Ziele für 2016 in 2-3 Sätzen definieren müsstest, welche wären das?
Das ist eine sehr gute Frage, hier könnten wir wohl Seiten füllen, was wir noch alles vorhaben. Wenn wir uns auf wenige Dinge konzentrieren müssen, haben wir 3 Hauptziele:

1. Cry Me a River soll so ausgebaut werden, dass wirklich jeder „seine Competition bekommt.“ Was das genau heißt, werden wir bald veröffentlichen, wir feilen noch an den Details.

2. German Throwdown soll sich weiter als Elite Wettkampf etablieren und noch mehr Top-Athleten aus ganz Europa anziehen und zum Mekka der Szene und Pflichttermin für alle Begeistern werden. Das bedeutet: größer, besser!

3. Wir haben mit unserem Account-basierten Competition System LeaderWOD ein Plattform geschaffen, die unser großes Ziel, das wir seit Jahren im Kopf haben, möglich macht: wir möchten eine Art Liga aufbauen, die alle großen Wettkämpfe europaweit vereint. Dazu brauchen wir aber die Unterstützung von allen Athleten, also am besten kostenfrei unter www.leaderwod.com registrieren und so immer die neuesten Fortschritte mitzubekommen. Wir haben große Pläne, stay curious!

Vielen Dank Xavier, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast. Unser Sport lebt davon, dass wir gemeinsam Dinge erreichen, die sich Einer allein meist gar nicht vorstellen kann. Der German Throwdown ist eine tolle Veranstaltung und wir als Zuschauer, die Athleten, die Organisatoren, wir alle haben es in der Hand, gemeinsam jedes neue Event ein Stück besser, noch ein Stück unvergesslicher zu machen. Wer das Orga-Team also dabei unterstützen möchte, schreibt sie einfach unter info@leaderwod.com an.

Bis zum nächsten Event.

Euer Gerry