GlutaminSchlagen wir ein weiteres Kapitel der Supps auf! Heute widmen wir uns einem ergogegen Supp.

Ihr erinnert euch: Das sind solche, die direkten Einfluss auf eure Leistungsfähigkeit nehmen können. Das heißt nicht, dass wir bereits mit der Liste der nicht ergogenen Supps durch sind (Ich denke da da noch an Zink, Antioxidantien, B-Vitamine, Super-Food), aber da heute ein hartes Training bei mir ansteht, bin ich in der Laune ein ergogenes Supp vorzustellen. Und meine Entscheidung fällt auf Glutamin, bzw. L-Glutamin (chemisch korrekter Name, im weiteren Verlauf nur noch Glutamin).
Die Paleo – Ernährung sorgt im Grunde für eine ausreichende Aufnahme von Eiweiß bzw. Aminosäuren. Glutamin ist eine konditonell- essenzielle Aminosäure, das heißt, der Körper kann
diese Aminosäure selbst herstellen. Mit ca. über 50% Anteil an Aminosäuren in menschlichen Muskeln kann Glutamin eine entscheidende Rolle beim Muskelaufbau spielen. Den normalen täglichen Bedarf an Glutamin kann man dabei relativ leicht mit normalen Lebensmitteln decken. Glutamin kann man häufig in verschiedenen natürlichen Nahrungsmittel finden. Zu solchen Quellen gehören Quark, Soja, Weizen oder weitere Milchprodukte. Auch  Fleisch gilt als eine glutaminreiche Quelle. Nur bei erhöhtem Bedarf, wie zum Beispiel bei sehr intensivem, mehrstündigem Training, sollte eine zusätzliche Supplementierung erfolgen. Dann nämlich steigt die Gefahr, dass die Glykogenspeicher bereits geleert sind und der Körper die Eiweiße zur Energiegewinnung heranzieht, was wiederum zum Abbau von Muskulatur und einer verlängerten Regenerationsphase nach dem Training führt.

Studien haben gezeigt, dass Glutamin als alleinige Aminosäure für die Wiederauffüllung der Muskelspeicher ebenso effektiv ist wie eine reine Kohlenhydratmischung. Des weiteren führt Glutamin zu einer Steigerung der Muskelproteinsynthese, einer Senkung des Muskelproteinabbaus, der Vergrößerung des Zellvolumens, einer Steigerung der Immunfunktion und dem Erhalt des Säure-Blasen-Gleichgewichts. Außerdem wird die Wachstumshormonausschüttung durch Glutamin kurze Zeit auf das Vierfache katapultiert. Bei übergewichtigen Menschen hilft Glutamin gegen Heißhungerattacken auf Süßes. Die Konzentrationsfähigkeit wird durch Glutamin enorm gesteigert. Darüber hinaus wird Glutamin in der modernen Medizin Krebspatienten mit Knochenmarktransplantationen verabreicht.
Es empfiehlt sich also eine ergänzende Zufuhr von 5 bis 30 Gramm an Tagen mit sehr hartem Training oder Wettkampftagen. Die Menge sollte auf zwei oder drei Dosen aufgeteilt werden und zu den Mahlzeiten, vor dem Training und vor allem nach dem Sport eingenommen werden.
Glutamin ist in Kapsel- oder Pulverform erhältlich. Mittlerweile hat wohl jeder Hersteller ein Glutamin-Präparat in seinen Reihen. Persönlich bevorzuge ich das Pulver, da  es einerseits günstiger im Preis ist und andererseits besser in einen bestehenden Nahrungsplan integriert werden kann. Viel wichtiger ist vor allem, dass man bei der Glutamin Einnahme auf Dosierungsvorschriften der Hersteller achtet und diese möglichst nicht überschreitet.

Text: Michael Damer (weitere Infos: www.paleoplus.com)

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