Du bist Athletin, Mutter, Ehefrau und Full-Time Coach – wie bekommst du das alles unter einen Hut?
Das werde ich sehr oft gefragt. Wie in jeder Familie muss alles gut organisiert werden. Hier heißt es den Tag genau vorbereiten und absprechen. Meine Kinder sind mittlerweile beide 13 Jahre alt. Ich habe sie von Anfang an zur Selbständigkeit erzogen. Wir arbeiten super im Team zusammen. Jeder hat seine Aufgabe. Das ist so wichtig!

Mein A-Team ( Andi, Andrik ,Adrian) steht 100% hinter mir und gibt mir Kraft.

Andreas hält mir vor allem abends den Rücken frei. Er geht zu Elternversammlungen und anderen Terminen, weil ich spätestens 20:30 Uhr ins Bett muss, um meine Leistungen abrufen zu können.

Bei myleo CrossFit bin ich seit 4 Jahren. Leo Löhr (Inhaber) und die Community unterstützen mich wo sie können. Das finde ich großartig! Es ist gut, dass ich hauptsächlich früh arbeiten kann, damit ich am späten Nachmittag noch Zeit für meine Kinder habe. Die Hausaufgaben machen sich nicht immer von alleine. (lacht)

Vor CrossFit warst du leidenschaftliche Langläuferin. Wann und warum hast du CrossFit für dich entdeckt?
Ja, ich war leidenschaftliche Langläuferin und habe als selbstständige  Personal Trainerin gearbeitet. Über einen damaligen Arbeitskollegen bin ich zum ersten Mal mit CrossFit in Berührung gekommen . Er kam aus Australien und schwärmte von dieser Sportart. Neugierig wie ich war probierte ich das natürlich aus. Und so kam ich im Oktober 2012 zu myleo CrossFit. Ich wurde „süchtig“ und meldete mich schließlich als Mitglied an.

Oh man, ich kann mich noch sehr gut erinnern – ich war damals so schmal und trotzdem total von mir überzeugt. Der erste Wettkampf, „Crymeariver 2013“, liess nicht lange auf sich warten. Ich bin gleich im ersten WOD rausgeflogen(lacht). Die double unders waren mein Verhängnis. Das hatte mich so geärgert. Von da an habe ich ständig an mir gearbeitet. Meine Motivation und meine  Leidenschaft haben nie nachgelassen. Ich habe so viel gelernt – über mich und über CrossFit.

Jetzt bist du außerdem Coach – was gefällt dir am Besten am Trainerdasein?

Da gibt es so viel! Ich kann ich meine Leidenschaft zu dieser wunderbaren Sportart ausleben und als Coach habe ich auch die Verantwortung für den Athleten und möchte diesen zum Erfolg führen. Das ist für mich eine große Herausforderung. Als Coach bin ich dabei sehr direkt und kann auch schon mal ungemütlich werden. Aber genau das ist es, was die Athleten an mir lieben.

Wer dir auf Instagram oder Facebook folgt, weiß dass du ein ordentliches Trainingspensum hast – wie sehen deine Trainingsziele für 2017 aus?
Ein ganz großes Ziel für mich sind die Reebok CrossFitGames 2017. Ich arbeite sehr hart daran. Aber mir ist auch bewusst, dass dieses Ziel schwer zu erreichen ist. Ich habe den festen Willen und gebe jeden Tag alles dafür.  Die OPEN 2017 sind der erste Schritt und eine klare Standortbestimmung. Das wird spannend. Danach wird das restliche Jahr 2017 geplant. Man wird mich auf jeden Fall auf dem einen oder anderen Event finden. Der EMT 2017 und der French Throwdown 2017 stehen fest auf meiner Liste. Die Alpha Games und der Berlin Throwdown gehören auch dazu.

Welchem Programming folgst du – wie sieht ein typischer Trainingstag bei dir aus?
Ich kann Athleten coachen aber nicht mich selbst. Als ich im Sommer 2016 am Weightlifting101 Camp teilgenommen habe, war das eine große Herausforderung für mich. Ich war nach dem ersten Tag völlig erschöpft und habe beschlossen nie wieder so ein Camp zu besuchen. Am Ende  war ich aber so begeistert, dass ich mich auf die Suche nach einem Coach/Programming machte. Ich hatte die Wahl, entweder nur das Program von „The Progrm“ oder aber das Program und einen Coach. Ich entschied mich für den Coach und arbeite nun schon seit ungefähr einem halben Jahr mit Gwendolin Sona zusammen. Sie ist bisher Deutschlands erfolgreichste CrossFit Athletin und qualifizierte sich vier mal für die European Regionals. Dass meine Wahl auf sie als mein Coach fiel, ist sicher kein Zufall und für mich ein absoluter Mehrwert – mental wie auch körperlich. Die besten deutschen Athleten in ihrer Kategorie bilden eine gute Kombination.

Ein typischer Trainingstag bedeutet gegen 4 Uhr aufstehen. Frühstück und auf in die Box. Von 6 Uhr -10 Uhr coache ich. Dann folgt meine erste Trainingseinheit. Ein kurzer break und wieder coachen. Am Nachmittag dann meine zweite Trainingseinheit. Danach schnell nach Hause, da die Kinder mit den Hausaufgaben warten. Um 20:30 Uhr muss ich spätestens ins Bett, damit ich ausgeruht in den nächsten Tag starten kann. Hört sich vielleicht langweilig an, aber glaubt mir, so ist es auf keinen Fall. Ich habe mich dafür entschieden und jeder Tag bringt neue Herausforderungen mit sich.

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Achtest du auf deine Ernährung, wenn ja was finden wir in deinem Kühlschrank?
Klar achte ich als Athletin und Coach auf meine Ernährung. Ein Athlet kann nicht performen, wenn die Ernährung nicht stimmt. Ich folge keinem bestimmten Ernähungsplan. Jeder muss für sich herausrausfinden, was für ihn am besten ist. Hier sollte man auf die Zusammensetzung der Proteine, Kohlenhydrate und Fette achten. Ich liebe Gemüse, Huhn und Eier. Mein absolutes Highlight am Morgen sind meine Pancakes aus Proteinpulver, Eier und Heidelbeeren – ein Gedicht.

Im Kühlschrank ist bunt gemischt. Man darf nicht vergessen, dass ich Kinder habe. Hier findet man also auch mal Eis und Kuchen. Ansonsten natürlich Gemüse, Fleisch, Fisch, Eier, Butter.

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Hast du einen Tipp für ambitionierte CrossFitter (die auch gern Wettkämpfe machen wollen)?
Einen Tipp habe ich auf  jeden Fall. Ein Athlet darf sich nicht überschätzen! Wenn dieser glaubt stark zu sein, dann reicht das noch lange nicht aus. CrossFit verlangt einem  einiges mehr ab und das macht diesen Sport so einzigartig. Wer an Wettkämpfen teilnehmen möchte, muss alles beherrschen. Z. B. Wie muss ich mir ein WOD einteilen, wann hole ich wie Luft, wie time ich meine reps, etc. Diese Fertigkeiten müssen trainiert werden. Ein entscheidender Faktor ist hier der Coach an der Seite des Athleten.

Mit welchem Equipment trainierst du am liebsten? Hast du vielleicht ein Geheimtipp?
Natürlich trainiere ich am liebsten mit der Langhantel. Hätte mir einer vor fünf Jahren gesagt, dass ich mir gerne auch mal Weightlifting Videos angucke, hätte ich denjenigen auf jeden Fall ausgelacht. CrossFit ist hier in Deutschland so gewachsen und mittlerweile weiß jeder gute Coach und auch Athlet, dass es nicht nur reicht, mit der Langhantel zu trainieren. Nicht nur die großen Muskelgruppen  sondern auch die tiefliegenden (das sogenannte core) ist wichtig. Es gibt genug Equipment, mit dem man arbeiten kann. Ich arbeite gerne mit den Widerstandstandsbändern von CAPITAL SPORTS. Eine gute Übung, die man mit den Bändern machen kann, sind Band Pull Aparts. Die Band Pull Aparts sind eine extrem unterschätzte und im höheren Wiederholungsbereich alles andere als lustige Übung. Sie gleichen muskuläre Dysbalancen aus und korrigieren Haltungsfehler im Brustwirbelbereich.

 

Widerstandsbänder von CAPITAL SPORTS

Widerstandsbänder von CAPITAL SPORTS

 

Vielen Dank für das Interview – die letzen Worte gehören Dir!
Ein ganz großes Dankeschön geht an meine „Männer“ – Andi, Andrik und Adrian, die mir den Rücken freihalten und so oft auf mich verzichten müssen. Franzi Fisches, meine beste Freundin und Wegbegleiterin. Seit 2 Jahren unterstützt sie mich wo sie kann und hält meine Macken aus. Dafür bin ich ihr jeden Tag sehr dankbar.

Und nicht zu vergessen, meine CrossFit Community. Ohne ihre Unterstützung wäre ich nicht da wo ich bin.

Es ist nicht jeder Tag gleich und nicht jeder Tag ist leicht. Aber am Ende lohnt es sich! Ich bin glücklich und habe Spaß – nur das zählt.

Steckbrief

Name: Anna Quost
Alter: 41

Größe: 170 cm
Gewicht: 63 kg

CrossFit seit: 2013

Lieblings-Übung: Overhead Squats

1RM’s
Backsquat: 115 kg
Clean & Jerk: 85 kg
Deadlift: 130 kg
Snatch: 72,5

Max Reps Pull-Ups: 30
Max Reps Muscle-Ups: 6

Competitions:
2016 OPEN worldwide 82
2016 Regionals worldwide 100
2016 Athlete Games 2nd
2016 EMT 1st
2016 French Throwdown 1st
2016 German Throwdown 2nd

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