von Johann Ziegler

Hi Leute,

heute geht es um ein Thema, das wir alle aus Wettkämpfen kennen – Das Kopfkino.

In Wettkämpfen bzw. Competitions geht es meist heiß her. Die Musik ist laut, der Platz ist eng, das Herz pumpt nur noch Adrenalin anstatt Blut und durch die Adern fließt pures Laktat. Hinzu kommt, dass bei Competitions die Workouts in der Regel sehr sehr hart sind. Wenn es eine Competition mit Qualifikationsphase ist, meist umso härter. Es ist klar, dass man da während einem Workout schnell den Faden verliert oder Pause macht oder sich gar Ängsten hingibt, weil man die Arme durch das Laktat kaum noch hochbekommt.

Ich werde oft gefragt, wie es zum Beispiel Gregor Schregle oder andere Topathleten schaffen, erstens fokussiert zu bleiben und sich zweitens so unnachgiebig durch zu beissen, wie wir es von ihm kennen.

Nun so komisch es auch klingt, aber die Sache ist im Prinzip ganz einfach. Wirklich sehr viel einfacher als viele denken. Während einem Workout denken Profis nicht darüber nach, wie sehr ihnen schon die Beine weh tun oder ob sie es schaffen. Sie verbinden die gesetzten Aufgaben mit unterteilten Cues, welche sie während einem WOD im Kopf immer wieder wiederholen und zwar – immer an der entsprechenden Stelle. Das ganze funktioniert fast so wie ein Mantra oder ein Lied, dass man sich vorsingt, damit man nicht aus dem Takt kommt zum Beispiel.

http://www.gentrysmma.com/2012/12/07/mental-toughness-for-combat-sports/

http://www.gentrysmma.com/2012/12/07/mental-toughness-for-combat-sports/

Ich will euch das genauer erklären. Wir nehmen mal an in einem WOD kommen 15 Box Jumps am Stück vor und das jede Runde. Das heißt in diesem WOD sind das pro Runde 15 Reps oder Punkte, welche man durch eine simple Bodyweight Übung holen kann. Nun kann man zum Beispiel eine Wortabfolge festlegen, welche komplett individuell gestaltet werden kann, die einem hilft während den  Box Jumps lediglich an die Technikanforderungen zu denken, aber nicht an alles, was einem davon ablenkt oder demotiviert.

Bei mir wäre das zum Beispiel: “Kurz – Knapp – Hand – Sprung”. Ich würde mir, wie ein Roboter während den gesamten 15 Boxjumps, jede Runde, innerlich einfach nur “Kurz – Knapp – Hand – Sprung” vorsagen. Quasi eine Schallplatte die hängt und immer nur diese 4 Cues vortrödelt. Für mich persönlich steht “Kurz” hierbei dafür dass ich während dem Bodenkontakt lediglich den Vorfuß aufsetze, “Knapp” steht für den Landungspunkt auf der Box, der darf nicht zu weit mittig sein, “Hand” steht für den Armstütz, den ich nach jeder Landung auf der Box verwende, um Beinkraft zu sparen und “Sprung” erinnert mich daran, dass ich gleich nach der Landung keinen Zwischenritt rückwärts zum Boxrand mehr mache, sondern gleich runterspringe, um Zeit zu sparen.So etwas kann sich jeder selbst zurechtlegen und in den Trainings eintrainieren. Es klingt komisch, aber dies ist eine leichte Methode, um das böse Kopfkino ab zu stellen, welches einem im Endeffekt nur an negative Sachen erinnert, die die Leistung schwächen. Letztendlich entscheiden sich sehr viele WODs im Kopf. Deshalb ist es gut, auch für den Kopf eine eingeübte Abfolge zu haben und nicht nur für den Körper. Quasi einen mentalen Plan für jede Übung.Das Kopfkino oder “Mental Game” von dem so häufig gesprochen wird, gewinnt man also indem man das Gehirn von allen negativen Gedanken ablenkt und die Aufmerksamkeit hinlenkt zu dem, was wirklich wichtig ist – die perfekte Technik und Geschwindigkeit. Man sollte sich also von vornherein einen individuellen Plan für die Übungen zurechtlegen und sich nicht auf ein mentales Spiel gegen sich selbst einlassen.Am besten kann man so etwas zum Beispiel an einem Open WOD üben.
Hier mal eine kleine Anregung:12.3:
18 min AMRAP
15 Box jumps
12 Push Press
9 T2B
Viel Spaß beim Üben und macht nicht zu viele Kratzer in eure Schallplatten 😉
Euer Johann
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