Die Kraft der Proteine
Jahrelang wurde rotes Fleisch für viele Gesundheitsprobleme, unter anderem Diabetes und Krebs, verantwortlich gemacht. Man konnte mittlerweile aber feststellen, dass nicht rotes Fleisch per se der Feind ist, sondern dass durchaus unterschieden werden muss: In die Übeltäter wie Würstchen, Speck und gesalzenes, gepökeltes oder geräuchertes Fleisch und in mageres Fleisch, dass die Cholesterinwerte und Blutchemie deutlich verbessern kann. Der Proteinanteil bei einer Ernährung nach Paleo-Prinzipien beträgt etwa 19 bis 35 Prozent. Das sind vier bis 20 Prozent mehr, als die von der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfohlenen 15 Prozent. Ein erhöhter Eiweißgehalt in der Nahrung wird häufig mit gesundheitlichen Risiken verbunden. Offenbar ein Trugschluss: Eine Studie der Royal Veterinary and Agricultural University in Kopenhagen bewies, dass durch eine erhöhte Eiweißzufuhr weder die Nieren beschädigt werden, noch durch einen Anstieg der Aminosäure Homocystein Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursacht werden. Stattdessen hat mehr Eiweiß sogar viele gesundheitliche Vorteile:

1. Eiweiß beschleunigt den Stoffwechsel.
Bei der Verdauung der Nahrung verbraucht der Körper Kalorien. Bei dieser Stoffwechselaktivität entsteht Wärme. Man spricht hier von der „dietary induced thermogenesis“ (DIT), im Deutschen auch bekannt als thermischer Effekt. Der DIT von Fett und Kohlenhydraten ist relativ gering, im Gegensatz dazu ist der thermische Effekt von Eiweiß immens – bis zu drei Mal so hoch. Der Körper verbrennt demnach bei der gleichen Menge an Nahrung bis zu drei Mal mehr Kalorien.

2. Eiweiß hat einen hohen Sättigungsfaktor.
Verschiedene Studien zum Essverhalten haben unabhängig voneinander gezeigt, dass eiweißreiche Mahlzeiten wesentlich besser sättigen, als fett- oder kohlenhydratreiche Mahlzeiten. Das Hungergefühl ist geringer und man isst weniger.

3. Eiweiß verbessert die Insulinsensitivität und hilft bei Gewichtsverlust.
Insulinresistenz ist ein enormes Problem unserer modernen Gesellschaft. Bei einer Resistenz sprechen die Zellen des menschlichen Körpers vermindert auf das Hormon Insulin an. Die
Bauchspeicheldrüse produziert folglich mehr Insulin, um den Blutzuckerspiegel zu normalisieren. Durch diese Stoffwechselstörung kann es zu einer Gewichtszunahme kommen. Zudem führt der
hohe Insulingehalt im Blut zu einem niedrigen Blutzuckerspiegel, den man Hypoglykämie nennt. Die Antwort des Gehirns auf einen niedrigen Blutzuckerspiegel heißt Nahrungsaufnahme – ein Teufelskreislauf, bei dem man ständig hungrig ist. Forscher konnten feststellen, dass eine erhöhte Eiweißzufuhr die Insulinsensibilität verbessert, und das signifikant besser als eine hohe Fett- oder Kohlenhydrataufnahme. Damit geht auch ein verbesserter Gewichtsverlust einher.

4. Eiweiß schützt das Herz und vermindert das Risiko von  Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes.
Zahlreiche Studien konnten veranschaulichen, dass eine eiweißreiche Kost den Cholesterinspiegel verbessert. So fanden Forscher der kanadischen University of Western Ontario heraus, dass sich
bei einer eiweißreichen Ernährung der Anteil des schlechten LDL-Cholesterins verringert, während es gleichzeitig zu einem Anstieg des guten HDL-Cholesterins kommt. Darüber hinaus weisen Menschen, die viel Eiweiß verzehren, geringere Homocysteinwerte auf (Homocystein ist eine natürlich vorkommende Aminosäure, die bei zu hoher Konzentration die Blutgefäße schädigen kann). Ferner verringert sich auch das Risiko von Typ-2-Diabetes, wie eine Studie der University of Illinois, USA, zeigte.

Text: Michael Damer von paleoplus.com

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