Ninja Warrior ist in Deutschland angekommen und hat am vergangenen Wochenende schon eine menge Leute in den Bann gezogen. Wir haben mit einem der Teilnehmer, Manuel Werling, über seine Erfahrung an dem Wettkampf gesprochen.

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Steckbrief
Name: Manuel Werling
Alter: 27
Beruf: Movement Coach, Stuntman, Sportmodel
Sportlicher Hintergrund: Kampfkunst (Jiu-Jitsu, Tae Kwon Do, Muay-Thai, Boxen), Tricking, Movement (angelehnt an die Ido Portal Method)
Ernährungsform: Angepasste Form von Paleo mit Intermittent Fasting

 

 

Hallo Manuel!
Manuel: Hallöchen!

Am Wochenende wurde Ninja Warrior im deutschen TV ausgestrahlt. Du warst mit dabei und hast eine ziemlich beeindruckende Performance gezeigt. Am Ende hast Du es sogar als einer der TOP 3 ins Finale geschafft. Dafür erstmal HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!
Kannst du uns kurz sagen, wie du darauf gekommen bist, dich bei Ninja Warrior zu bewerben?
Vielen Dank! Wie ich darauf gekommen bin? Nun, ich bin schon als Kind immer ein Fan der Show aus Japan gewesen und habe das über die Jahre hinweg immer wieder auf RTL II verfolgt. Ich habe mir damals in den Kopf gesetzt, eines Tages dort anzutreten und zu gewinnen. Als ich über meine Community MOVISION MOVEMENT mitbekommen habe, dass das Format dann (nach USA und UK) endlich auch nach Deutschland kommt, war ich natürlich extrem heiß drauf und sowieso gerade sehr gut im Training. Also: Sofort beworben und mich durch die Qualifikation gekämpft!

Wie sieht dein sportlicher Hintergrund aus? Wie oft trainierst du?
Ich trainiere ohne Ausnahme jeden Tag (gut, wenn ich mal Erkältet bin, bleibt’s bei ein wenig Mobility und sonstiger Prehab) und glaube nicht an den typischen „Restday“ – das ist meine Philosophie: #MoveEveryDamnDay. Angefangen hat das alles vor über 20 Jahren mit meinem Vater, der relativ früh angefangen hat, mich an tägliches Krafttraining zu gewöhnen. Ich erinnere mich noch an unsere kleinen Wettkämpfe: „Bis nächste Woche 80 Liegestütze am Stück! Wer ist schneller?!“. Ich wollte ihn natürlich immer besiegen und hab das mit meinen 7 Jahren durchgezogen. Später hat er mich zur Kampfkunst gebracht und ab da fing mein (etwas steiniger) Weg an: 4 Jahre lang sehr aktiv verschiedene Kampfstile auf Wettkampfbasis praktiziert – bis zum plötzlichen Tod meines Vaters. Dann 4 Jahre gar nichts, höchstens kiffen und Counter-Strike. Zufällig zurück zum Sport gefunden über Tricking und Fitness und mit 22 Jahren realisiert: „Scheiße, du kannst zwar ein paar Saltos und hast relativ dicke Arme für ’nen Asiaten, aber fühlst dich den ganzen Tag krank, bist ständig verletzt, hast über 15% Körperfett und kannst nicht mal mehr im Squat sitzen…“. Das Schicksal hat mich dann in Berlin zufällig mit Ido Portal zusammengeführt und wir haben einige Monate gemeinsam trainiert. Was ich in der Zeit über das Thema „Movement“ gelernt habe, hat mich meiner Meinung nach gerettet und ist heute ein wesentlicher Teil meines Lebens und meiner Karriere.

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Der Parcours ist ein tückisches Biest gewesen, wie wir gesehen haben. Wie hast du dich darauf vorbereitet?
Naja, ich habe hauptsächlich so trainiert wie immer. Meine Art des Trainings deckt so gut wie jeden Bereich ab und ich habe mich von vorneherein relativ ready gefühlt. Nur noch etwas mentale Vorbereitung kam dann noch hinzu. Das ist an der ganzen Ninja-Warrior-Geschichte der wichtigste Faktor – du musst mental zu 100% da sein!

Welcher Abschnitt hat dir am meisten abverlangt?
Hmm…ich würde sagen, es waren definitiv solche Hindernisse wie die „Quintuple Steps“ ganz am Anfang oder „Der Kamin“ am Ende der zweiten Stage. Es sind auf jeden Fall immer die einfach aussehenden Hindernisse, die einem am Ende zu schaffen machen – man hat da meistens einfach zu wenig Übung. Die „Salmon Ladder“ zum Beispiel sieht zwar schwierig aus, aber mal ehrlich: Jeder, der relativ versiert in Klimmzügen ist, der wird an dem Hindernis keine Probleme haben.

Wie geht es für dich jetzt weiter bei Ninja Warrior?
Am 30.07. ist das große Finale. Da werd ich dann entweder 100.000€ für meine neue Ninja Movement Trainingshalle (oder whatever) einsacken oder ins Wasser fallen und nächstes Jahr noch stärker zurückkehren… who knows. 🙂

Wir drücken dir auf jeden Fall die Daumen! Du bist offenbar ein sehr vielfältiger Athlet. Um den Körper mit der richtigen Energie zu versorgen, ist die Ernährung natürlich sehr wichtig. Wie sieht deine Ernährung aus?
Ich habe über die Jahre eine relativ intuitive, angepasste Form von Paleo mit Intermittent Fasting entwickelt und hab natürlich so meine „Hacks“, die für mich ganz gut funktionieren – kein Kalorien-Zählen, IIFYM (zum Glück ist dieser Trend vorbei) oder sonstiger Stress. Ein typischer Tag sieht beispielsweise so aus: Ich stehe auf und trinke meinen Superfood-Cocktail (Athletic Greens), danach folgt ein schwarzer Kaffee mit Grassfed-Butter. Zwischendurch Wasser, Fisch-Öl und ab und an auch etwas Knochenbrühe, ein Ei oder ein paar Insekten. Dann geht’s „nüchtern“ oder mit etwas Kombucha von fairment für 3-4 Stunden ins Training und danach folgt ein Shake aus Rinder- und Reisprotein. Sobald die Sonne untergeht, ess ich dann 1-2 große Mahlzeiten (überwiegend Paleo). Ein bisschen dunkle Schokolade oder selbstgemachten Kokosmilchreis mit einem Glas Wein vor dem Schlafengehen gönne ich mir dann auch nach getaner „Arbeit“.

Was würdest du jemandem mit auf den Weg geben, der sich ebenfalls bei Ninja Warrior bewerben möchte?
Das Wichtigste: Sei vielseitig und trainiere auch genau so! Es gibt nicht „die eine Sportart“, die die beste ist und dich perfekt vorbereitet. Viele kamen mit einem solchen glauben in die Competition und sind nicht sehr weit gekommen. Darunter extrem krasse Crossfitter, Boulder-Weltmeister, Calisthenics-Fanatiker, Parkour-Nerds. Hier kannst du nicht nur der Beste in einer Disziplin sein… du musst ALLES sein.

Wir bedanken uns für das Interview und drücken dir weiterhin ganz fest die Daumen! Hol den Sieg nach Deutschland 😉 Die letzten Worte gehören dir:
Ich bedanke mich! War mir eine Ehre. Ich hoffe umso mehr, dass ich im Finale niemanden enttäusche.
Stay on the #Move!

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