„Langeweile, Eintönigkeit im Training, oder auch Trainingsblues“

von Johann Ziegler

Wenn man Wettkampfsport betreibt oder damit anfangen möchte, so muss m“n im Speziellen am Anfang über sehr lange Zeit hinweg erst einmal Grundlagen aufbauen und diese auch später ausbauen. Hierzu folgt man strikten Plänen, welche sich über lange Zeit hinweg ziehen. In anderen Sportarten, wie zum Beispiel dem Gewichtheben, heißen diese Zeiteinteilungen Zyklen. Es gibt hier zum Beispiel Mikro-, Meso- und Makrozyklen. Je nach Lehrbuch sind dies zum Beispiel die Pläne für Wochen-, Monats- und Jahres- oder Halbjahrespläne. Im CrossFIt selbst, gibt es diese traditionellen Einteilungen zwar eher weniger, dennoch wird man hier im ersten Jahr nicht King Kong RX’d (siehe auch hier) machen, sondern man muss den Deadlift und den Clean erst mal aufbauen und den Muscle-Up und den Handstand Push-Up lernen. Das geht nun mal nicht von heute auf morgen. Darüber hinaus hört das Training der Grundlagenübungen, wie zum Beispiel der Kniebeuge und den Technikdrills niemals auf. Es gibt immer etwas zu verbessern. Es ist relativ leicht verständlich, dass man des Öfteren in Situationen kommt, in denen man sich denkt: „Och nö, schon wieder Kniebeuge“ oder dass man einfach geschlaucht ist, wenn man jeden Tag oder mehrfach pro Tag trainiert. Mit der Zeit baut sich im Kopf unterschwellig also ein wenig Unmut auf. Jedoch sollte man sich hier grundlegend immer wieder sein persönliches langfristiges Ziel vor Augen halten, damit man immer weiß, warum man das eigentlich macht. Dazu muss man sich auch über die kleinen Erfolge, die nebenbei auftreten immer wieder freuen, denn der Weg ist das Ziel. Außer diesem einfachen Tipp, gibt es noch drei weitere Möglichkeiten, um die Stimmung im Training aufrecht zu erhalten.

1)      Pause / Urlaub / Recovery Woche

Es ist ungemein wichtig, dass man ab und zu dem Körper auch eine kleine Erholungsphase gibt. Das kann man verschiedenartig gestalten. Entweder man macht in regelmäßigen Abständen einfach mal Pause, damit der Körper sich wirklich vollständig erholen kann. Ständig unausgeruht zu sein kann ganz schön auf die Stimmung und auf die Akkus gehen. Eine Woche Urlaub wirkt hier Wunder.

Außerdem kann man, wenn man einen ambitionierten Plan verfolgt regelmäßige Recovery Wochen machen. Hierbei trainiert man zwar weiter, schraubt aber die Intensität oder die Gewichte merklich herab, damit der Körper auch etwas auftanken und die Woche darauf wieder loslegen kann. Solche Wochen eignen sich wunderbar, um viele kompliziertere Skills zu trainieren, weil man mehr Energie hat, um sich auf die Koordination zu konzentrieren.

2)      Andere Boxen besuchen.

Es ist immer wieder ein riesen Spaß so zusagen mal „raus zu kommen“. Andere Boxen sehen, andere Trainingsmethoden erleben, andere Leute kennenlernen entspannt ungemein. Man kann sich hierbei über vieles austauschen und den eigenen inneren Erfahrungsbereich über das Training erweitern, oder auch festigen. Außerdem trainiert man so ab und zu in fremden Umgebungen und mit fremdem Equipment. Zwar sind die Gewichte überall gleich. Aber nicht jede Box hat die gleichen Stangen, Klimmzugstangen, Kettlebells etc. Hierbei lernt man ganz nebenher, sich selbst in fremden Umständen zurecht zu finden und zu trainieren. Das ist wirklich wichtig, wenn man Competitions machen möchte, da man sich in einer Competition in der Regel auch auswärts befindet und sich mit ungewohntem Equipment zurecht finden muss. Ist man dies schon gewöhnt, ist man meist sehr viel entspannter und zieht mehr durch.

3)      Kleine interne Competitions versüßen einem ab und zu das Leistungstraining.

Zwar sollte jeder regelmäßig seine Benchmarks und Kraftwerte testen, jedoch ist es etwas ganz anderes, wenn man sich spontan jemand gleichwertiges schnappt und eine kleine Wette macht, wenn mal wieder ein Benchmark auf dem Plan steht. Dies pusht ungemein und hebt die Stimmung in den Himmel. Dabei reicht es schon, wenn man nur um ein kleines Getränk wettet. Jedoch sollte man aus solchen Dingen keine Fehde entstehen lassen, oder zu oft mit anderen Leuten Competitions machen, da man hier leicht aus dem eigentlichen Training herauskommt, oder so geschlaucht ist, dass man das eigentliche Training vernachlässigen muss. Aber ab und zu eine kleine Competition schadet nicht 😉

In diesem Sinne, haut ordentlich rein im Training, aber vergesst nicht, eure Akkus auch auf zu laden. Vielleicht war der eine oder andere Tipp für euch dabei.

Euer Johann

Johann’s Blog: http://www.solid-athletics.de/blog/
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Über den Autor:
Johann Ziegler ist nicht nur ambitionierter CrossFitter (3 Jahre in Folge Finalist beim Battle of London) sondern seit 2010 auch leidenschaftlicher Coach (CF Level 2, CF Mobility, CF Kids, CF Strongman, CF Judge, C-Trainer Gewichtheben) und Inhaber von CrossFit Heidelberg. Zu seinen Lieblingsübungen gehören Handstand Push-Ups, Cleans und Muscle-Ups. Sein Lieblings-WOD ist King Kong.