Da steht dann endlich der lang ersehnte Urlaub vor der Tür und was macht man als passionierter CrossFitter? Man erkundigt sich, wo die nächsten Boxen sind, um ja auch im Urlaub trainieren zu können. Was aber, wenn es in der Gegend nicht allzu viele Boxen gibt oder man mal zeitlich unabhängig trainieren möchte?

Die Antwort: Travel-WODs

Workouts, die meist die Basic-Übungen, wie Push-ups, Sit-ups, Pull-ups oder auch Squats, beinhalten.

Nun, mein Reiseziel war dieses Jahr Miami Beach. Der Teil der Stadt, wo gefühlt jeder zweite, sei es Mann oder Frau, mit einem Waschbrettbauch rumläuft. Da wird ja förmlich von einem erwartet, dass man nicht nur auf der faulen Haut liegt, oder?

Trotz der Hitzewand, die mir beim Verlassens des Flughafengebäudes entgegen kam und mir einen Vorgeschmack auf die nächsten zwei Wochen gab, dachte ich nicht im geringsten daran, mich von meinen Trainingsplänen zu verabschieden.

Tag eins lief gut. Ich stand um 8 Uhr auf und ging runter zum Pool. Recht kurz (ca. 15 m), aber besser als nichts.

Auf dem Programm stand:

5 Runden 

4x 1 Bahn schwimmen 

10 Push-ups 

Glücklicherweise hatte ich so früh am morgen, bis auf das Personal, das ab und an vorbei lief, keine Zuschauer. Der Hausmeister zeigte mir irgendwann auch den Daumen hoch und ein breites Grinsen.

Check, erstes Training im Urlaub abgehackt. So konnte es weiter gehen.

Tag 2 führte mich zum Strand. Bei dem Anblick überwindet sich auch der faulste Läufer (eehhm… jaaa.. hier.. ich!!) eine Runde zu drehen.

1 km an der Strandpromenade hin, 1 km auf dem Sand wieder zurück… Oh je, das hat mir dann für den Tag schon gereicht.

Der Vorteil an einem Hostel? Man lernt Leute kennen. Der Nachteil? Das geplante Training bleibt auf der Strecke. Warum? Na, weil man dann nachts um die Häuser zieht, Ausflüge macht, am Pool rumhängt und plötzlich merkt, das man ja im Urlaub ist und auch einfach mal nichts tun kann. Drei Tage ging es gut, bis sich das schlechte Gewissen regte und mich mit bösem Blick fragte, was denn aus meinen Trainingsplänen geworden sei.

So gleich schob ich am nächsten Tag die nächste Einheit nach.

1 km an der Strandpromenade laufen 

Dann 5 Runden 

50 Double Unders 

25 Air Squats 

Zwei Tage später schaffte ich es dann auch endlich zur CrossFit Box ‚Reebok CrossFit Miami Beach’. Und natürlich fiel dieses Training in die heißeste Woche des Sommers.

Puh, dezent anstrengend.

Das WOD:

6 Intervalle gesamt 

3 min on / 1 min off 

Intervall 1 

200 m run 

10 Thruster @ 65 lbs 

10 Toes to Bar 

Intervall 2 

250 m row 

5 Power Snatches @ 65 lbs 

10 Overhead Walking Lunges @ 65 lbs 

Kurz und knackig. Jedoch drehte sich nach dem Workout alles im meinem Kopf bis ich gefühlte 10 Liter Wasser intus hatte und mein Körper nicht mehr vor Dehydrierung jammerte.

Fünf Tage blieben nun noch, bevor es wieder Richtung Heimat ging.

Jetzt hieß es: nochmal in die Box, nochmal ein eigenes WOD oder die fünf Tage genießen und einfach mal faul sein. Klare Entscheidung.

Ganz ehrlich, wer sich im Urlaub zu viele Gedanken übers Training macht, verpasst womöglich die schönen Seiten des Urlaubsziels, die nichts mit Sport zu tun haben. Und davon gibt es in Miami nur zu viele.

ALSO: Genießt euren Urlaub und seid auch mal faul. Es schadet keineswegs zwei Wochen einfach nichts zu tun. 😉