RÜCKENSCHMERZEN SIND DIE VOLKSKRANKHEIT NR. 1 

Der Mensch im Wandel

Unser Körperbauplan und dessen Gebrauch ist auf ausgeglichene Bewegung ausgelegt. Laufen, Springen und Klettern sind Bewegungsformen, die wir schon in der Steinzeit ausführten. Unser Bewegungsapparat ist also immer noch auf „jagen“ und „sammeln“ ausgelegt.

Doch unsere Lebensbedingungen haben sich in den letzten Jahren drastisch verändert. Unsere täglichen körperlichen Anforderungen sind sehr einseitig geworden und verlangen unserem Körper nur selten etwas ab.

Durch diese Einseitigkeit im Alltag kommt es zu degenerativen im Körper des „Alltagsmenschen“.

Da beim Alltagsmenschen meist immer die gleichen Muskelgruppen aktiv sind, verkürzen diese zunehmend und sorgen so für extreme Dysbalancen im Körper. Gerade die Wirbelsäule ist meist besonders betroffen und reagiert mit strukturellen Veränderungen bis hin zum „Prolaps“ (Bandscheibenvorfall).

Doch warum kommt es überhaupt soweit und wie kann Ich dem entgegenwirken?

ANATOMIE 1.1

Zu allererst einmal: Unser Körper arbeitet nie mit einzelnen Muskeln, sondern immer mit sogenannten Muskelschlingen. Meist sind mehrere Muskelschlingen um ein Gelenk aktiv. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Hüftgelenk. Auf der Vorderseite liegen die hüftbeugenden Muskeln (m.rectus femoris,m. iliopsoas und m.sarrtorius), auf der Rückseite die hüftstreckenden Muskeln (m. gluteus maximus/medius/minimus & die ischiocrurake Muskulatur) und ergeben so eine Muskelschlinge. Eine weitere Muskelschlinge wird von lateraler (außenliegender) Muskeln wie dem tractus iliotibialis und den medialen (innenliegenden) Muskeln wie den Adduktoren gebildet. Diese Vielfalt an Muskelschlingen sorgen für eine Vielzahl an gut dosierbaren Bewegungsrichtungen. Um Bewegungen überhaupt erst möglich zu machen, ist eine Kontraktion von Muskeln notwendig (von den sogenannten „Agonisten“), welche von der Gegenseite zugelassen werden muss (von den sogenannten „Antagonisten“).

Bewegung entsteht demnach durch ein kontrolliertes Zusammenspiel von Anspannung der Agonisten und gleichzeitiger Entspannung der Antagonisten. Muskelschlingen sollten nie isoliert betrachtet, sondern immer ganzheitlich gesehen werden. Gut aufeinander abgestimmte Muskelschlingen sorgen für ein ökonomisches Bewegungsmuster.

ZURÜCK ZUM ALLTAG 

Auch die Wirbelsäule ist ein Gelenk, bestehend aus vielen kleinen Gelenken. Die Wirbelsäule lässt viele Bewegungen zu (Beugung, Streckung, Rotation , Seitneigung) und ist ebenfalls umgeben von Muskelschlingen. Die für den Alltagsmenschen relevanteste ist die Schlinge bestehend aus der vorne liegenden Bauchmuskulatur und der hinten liegenden Rückenstreckmuskulatur.

Wer viel sitzt verkürzt zunehmend die vordere Bauchmuskulatur durch dauerhafte Beugung der Wirbelsäule

Der Rückenstrecker schlägt Alarm und meldet ständige Zugkraft. Meldung an das Gehirn: Schmerz! Interessant ist die Tatsache, dass der eigentlich gesunde, aber chronisch überforderte Rückenmuskel schmerzt und nicht sein Gegenspieler auf der Vorderseite. Werden die  Schmerz-Signale lange Zeit überhört bzw. mit Tabletten „mundtot“ gemacht, so kann es zu degenerativen Veränderungen in den Bandscheiben kommen, da diese auf ausgeglichene Zug-Und Druckbewegungen angewiesen sind. Dies liegt an der Beschaffenheit der Bandscheiben. Durch Beugung und Streckung werden die Bandscheiben be- und entlastet, was gleichzeitig zur „Ernährung der Bandscheibe“ genutzt wird. Ständig gebeugte Haltung führt demnach zu einer „Mangelernährung der Bandscheiben“. Gerade der ständige einseitige Druck sorgt für eine erhebliche Belastung der Bandscheiben.

Warum Rücken- und Bauchmuskelübungen den Schaden meist nicht beheben

Meist wird empfohlen, die Rücken- und Bauchmuskulatur durch Übungen zu stärken, um den Rücken zu stabilisieren. Tatsächlich kann dieses Krafttraining dank dem Spannungsaufbau im Rücken zu einer leichten Verbesserung der Problematik führen. Die Besserung ist aber nicht von Dauer. Warum? Stellen wir uns die Muskelschlinge als Seil vor. Normalerweise finden wir keinerlei Knoten in ihr und können uns somit Beschwerdefrei bewegen. Wie oben bereits beschrieben sorgt unsere einseitige Haltung (oder auch einseitiges Bauchtraining!) zu einer Zunahme der Dysbalance zwischen der Spannung der Bauch- und Rückenmuskulatur. Es entsteht ein „Knoten“ in unserer Muskelschlinge. Trainieren wir nun die Bauchmuskulatur weiter vergrößern wir diesen Knoten bzw. ziehen ihn enger. Auch das Training der Rückenstrecker schafft nicht wirklich Abhilfe. Wir lösen nämlich durch das Rückentraining unseren „Bauchknoten“ nicht, sondern schaffen einen zweiten Knoten, in unserem unteren Rücken. Allem Anschein nach ist das Problem nun gelöst, da die Spannung im Lot ist. Was allerdings gerne außer Acht gelassen wird ist die Kompression der Wirbelkörper und Bandscheiben, die durch diesen Doppelknoten entsteht. Die Kompression sorgt für andauernden Druck auf die Wirbelkörper und schränkt die Beweglichkeit weiter ein. Die Folge können wieder auftretende Schmerzen und Einschränkungen sein.

WIE KANN ICH MEINEN RÜCKEN SCHÜTZEN?

Wir müssen verstehen, dass der „ventrale Knoten“, also die Spannung und die einseitige Belastung der Bauchmuskulatur das Problem sein kann.  Wir sollten demnach die Verkürzung der Bauchmuskulatur rückgängig machen.

Eine ideale Übung hierfür ist der sogenannte „Kniestand“ aus dem Beweglichkeitskonzept FIVE (c).

Alltag Schmerzen 2

Durch das Zurückführen in die natürliche Position entlasten wir den hinteren Anteil unserer Faserringe und sorgen für eine bessere Ernährung der Bandscheiben.  Zusätzlich sorgen wir durch die Übung für eine Verlängerung der kompletten Hüftbeugemuskeln und stärken die Hüftstrecker. Im Video wird die Funktionsweise der Übung Kniestand ausführlich erklärt.

Egal ob CrossFit-Athlet oder Alltags-Kämpfer : Absolviere diese Übung und spüre eine rasche Verbesserung.

Berichtet über Eure Erfahrungen mit Rückenschmerzen und vor allem, wie die Übung auf euch wirkt.

Wenn Ihr fragen habt schreib mir diese gern per Mail an: info@heizmann-box.de

Und das wichtigste: Bleibt geschmeidig! =)